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17.07.2026 – Regionalverband Bayern

"Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht" – Prävention trifft Betriebliches Gesundheitsmanagement

Am 09. Juli 2026 fand um 18:00 Uhr das jüngste Netzwerktreffen der Arbeitsgemeinschaft Prävention von Physio Deutschland per Zoom statt. Auf Wunsch der Teilnehmenden stand dieses Mal das Thema "Prävention trifft Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)" im Mittelpunkt.

Zu Beginn eröffnete Vera Schwermer-Funke die Sitzung und stellte die Arbeit der AG Prävention vor. Im Anschluss übernahm Frank Bertelsmeier das Wort und leitete seinen Vortrag mit einer offenen Fragerunde ein. Er wollte von den Teilnehmenden wissen, was sie motiviert hatte, an dem Treffen teilzunehmen und welche bisherigen Erfahrungen sie im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gesammelt haben.

In der anschließenden Austauschrunde wurde deutlich, dass viele Physiotherapeut*innen den Wunsch haben, präventiver zu arbeiten. Eine Teilnehmerin brachte dies treffend auf den Punkt: „Warum mache ich erst dann etwas am Patienten, wenn er bereits Beschwerden hat?“ Das Ziel sei vielmehr, Therapie und Prävention sinnvoll miteinander zu verbinden und Präventionsangebote direkt am Arbeitsplatz zu etablieren.

Eine weitere Teilnehmerin brachte einen zentralen Erfolgsfaktor für das Betriebliche Gesundheitsmanagement mit einem kurzen, aber prägnanten Satz auf den Punkt: „Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht.“ Dieses Zitat zog sich wie ein roter Faden durch den Abend und unterstrich die Bedeutung von Vertrauen, persönlichem Austausch und einem starken Netzwerk für erfolgreiche Präventionsarbeit.

Anschließend berichtete Frank von seinem persönlichen Weg ins Betriebliche Gesundheitsmanagement. Er schilderte, wie er sich Schritt für Schritt ein Netzwerk aufgebaut hat und welche Erfahrungen er dabei sammeln konnte. Dies bildete den Übergang zu seinem eigentlichen Vortrag. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine wichtige Brücke zwischen Therapie und Prävention schlagen kann. Dabei machte Frank deutlich, dass erfolgreiche BGM-Angebote immer auf einem durchdachten Konzept basieren müssen. Bevor einzelne Maßnahmen angeboten werden, müssen zunächst die Ziele sowie das „Warum?“ und „Wie?“ klar definiert sein. Ebenso sollten organisatorische Rahmenbedingungen wie Anfahrtswege, Zeitaufwand oder Materialkosten von Beginn an mit eingeplant werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Einzelmaßnahmen allein reichen häufig nicht aus – passende Folgeangebote sollten bereits vorbereitet sein. §20- Angebote greifen auch im Betrieb. Zudem sollten Konzepte gemeinsam mit den Unternehmen entwickelt und Arbeitskreise eingerichtet werden, um die Maßnahmen langfristig zu verankern. Besonders wichtig sei dabei die Unterstützung durch die Führungsebene. Nur wenn diese das Betriebliche Gesundheitsmanagement aktiv mitträgt, können auch die Mitarbeitenden dauerhaft für Gesundheitsangebote begeistert werden.

Frank stellte außerdem die vier Säulen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements vor: den Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS), die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (VFB). Dabei sind BEM und Arbeits- bzw. Gesundheitsschutz gesetzliche Pflichtaufgaben der Arbeitgeber, während die weiteren Bereiche als freiwillige Leistungen verstanden werden können. Darüber hinaus ermutigte er die Teilnehmenden, offen für Kooperationen mit anderen oder externen Anbietern zu sein. Niemand müsse alle Leistungen allein anbieten – vielmehr könne eine gute Vernetzung die Qualität der Angebote deutlich steigern. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, insbesondere junge Kolleg*innen stärker für das Thema Prävention zu begeistern.

Abschließend machte Frank Bertelsmeier deutlich, dass der Einstieg in das Betriebliche Gesundheitsmanagement zwar mit viel Aufbauarbeit verbunden ist. Physiotherapeut*innen müssen sich sowohl gegenüber Unternehmen als auch gegenüber Krankenkassen zunächst ein entsprechendes Standing erarbeiten. Langfristig könne sich dieses Engagement jedoch zu einem gewinnbringenden und abwechslungsreichen Tätigkeitsfeld entwickeln. Dabei sei es wichtig, zwischen der Steuerung eines Projekts und der eigentlichen Durchführung einzelner Maßnahmen zu unterscheiden.

Zum Abschluss des Treffens meldete sich auch Ute Merz aus dem Presseteam von Physio Deutschland zu Wort. Sie betonte die Bedeutung der Prävention und fasste die Kernaussage des Abends treffend zusammen: Prävention ist wichtig – und sie muss sichtbar sein und bleiben.

Insgesamt war es wieder eine interessante Runde mit viel Austausch, die zeigt wie wichtig es ist, voneinander zu lernen und miteinander Ideen zu entwickeln. Die AG Prävention veranstaltet regelmäßig Netzwerktreffen und Interessierte sind immer herzlich willkommen. Den nächsten Termin werden wir hier auch wieder ankündigen.